𝐇𝐢𝐬𝐭𝐨𝐫𝐢𝐬𝐜𝐡𝐞 𝐁𝐫𝐨𝐧𝐳𝐞𝐦𝐞𝐝𝐚𝐢𝐥𝐥𝐞 𝐟ü𝐫 𝐝𝐢𝐞 𝐒𝐜𝐡𝐰𝐞𝐢𝐳 𝐚𝐧 𝐝𝐞𝐫 𝐉𝐮𝐧𝐢𝐨𝐫𝐞𝐧-𝐌𝐨𝐭𝐨𝐜𝐫𝐨𝐬𝐬-𝐖𝐌 𝐢𝐧 𝐉𝐢𝐧í𝐧
Die FIM Junior Motocross World Championship / World Cup 2026 in Jinín, Tschechien, wird Swiss Moto noch lange in Erinnerung bleiben. Mit einem Rekordaufgebot von 12 jungen Pilotinnen und Piloten war die Schweizer Delegation am grössten Junioren-Motocross-Event der Welt am Start. Dieses starke Aufgebot zeigt klar: Die Nachwuchsförderung von Swiss Moto trägt Früchte – von den jüngsten Klassen 65ccm und 85ccm bis zur international hart umkämpften 125ccm-Kategorie.
Für viele Schweizer Nachwuchstalente war Jinín eine wertvolle, aber auch schonungslose Standortbestimmung. Fahrerinnen und Fahrer, die in der Schweiz regelmässig an der Spitze der Klassemente auftauchen, bekamen auf internationalem Niveau eindrücklich aufgezeigt, wie hoch die Messlatte an einer Weltmeisterschaft liegt. Genau darin liegt der Wert solcher Einsätze: lernen, wachsen, einordnen – und mit neuer Motivation zurückkehren.
Besonders erfreulich war auch die Teilnahme von Malina Schmidheiny, die als erstes Mädchen Teil der Schweizer Delegation war und die Schweiz mit grossem Einsatz vertrat. Damit setzte Swiss Moto ein wichtiges Zeichen für die Entwicklung des Motocross-Sports in seiner ganzen Breite.
Mehrere Schweizer Fahrer nutzten zudem das am Sonntag vom Veranstalter angebotene Consolation Race, um nochmals über sich hinauszuwachsen und den Wettkampf mit einem positiven Gefühl abzuschliessen. Gerade solche Erfahrungen sind für junge Athletinnen und Athleten zentral: Sie lernen, mit Rückschlägen umzugehen, sich neu zu fokussieren und bis zum Schluss alles zu geben.
In der 125ccm-Kategorie sorgten die jungen Schweizer Routiniers für sportliche Höhepunkte. Emil Ziemer, Ryan Oppliger und Luis Santeusanio qualifizierten sich direkt für die Finalrennen am Sonntag. Ryan Oppliger setzte bereits in der Qualifikation ein Ausrufezeichen: Mit einer beeindruckenden Rundenzeit liess er zwischenzeitlich den zweiten Rang auf den Anzeigetafeln aufleuchten. Auch Luis Santeusanio zeigte seine Klasse, kämpfte mit vollem Einsatz und verpasste die Punkteränge nur knapp, nachdem er in der letzten Runde unglücklich zu Fall gebracht wurde.
Ryan Oppliger, der nach einer Verletzung erst seit rund einer Woche wieder auf dem Motorrad trainieren konnte, zeigte trotz missglückter Starts eine starke Reaktion. Mit viel Kampfgeist und beeindruckendem Speed arbeitete sich der junge Romand in den Rennen nach vorne und liess sein grosses Potenzial erneut aufblitzen.
Für den historischen Moment sorgte jedoch Emil Ziemer. Der 15-jährige Schweizer reiste mit gemischten Gefühlen nach Jinín, nachdem er seit Dienstag an einer Angina litt und bis zum Wettkampf rund zwei Kilogramm Körpermasse verlor. Was er danach auf der Strecke zeigte, war aussergewöhnlich.
Im ersten Lauf dominierte Emil während acht Runden das Rennen und fuhr schliesslich als starker Zweiter ins Ziel. Im zweiten Lauf verlief der Start nicht optimal, doch Emil kämpfte sich vom zwischenzeitlichen neunten Rang bis auf Platz sechs nach vorne. Trotz eines Sturzes blieb er fokussiert und sicherte sich in der Tageswertung den dritten Rang.
Damit gewinnt Emil Ziemer für die Schweiz die Bronzemedaille an der Junioren-Motocross-Weltmeisterschaft 2026. Nach dem Vize-Weltmeistertitel von Jeremy Seewer im Jahr 2011 und dem 3. Rang von Mike Gwerder 2019 – ist dies ein lang ersehnter Höhepunkt für den Schweizer Motocross-Sport auf Weltmeisterschaftsebene. In der offiziellen 125ccm-Tageswertung belegte Emil Ziemer Rang 3 hinter Ricardo Bauer aus Österreich und Sleny Goyer aus Frankreich.
Dieser Erfolg ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass Emil vor zwei Jahren nach einem schweren Unfall nicht einmal sicher sein konnte, ob Motorradfahren überhaupt wieder möglich sein würde. Seine Leistung in Jinín steht deshalb nicht nur für sportliches Talent, sondern auch für aussergewöhnliche mentale Stärke, Disziplin und Willenskraft.
Ein weiterer besonderer Moment war der Zusammenhalt innerhalb des Schweizer Teams. Die Nationaltrainerfamilie Katja und Andy Baumgartner führte die Delegation mit viel Erfahrung, Ruhe und Herzblut. Obwohl mehrere Schweizer Piloten bereits früh am Sonntagmorgen ihre Läufe absolviert hatten, blieb das gesamte Team solidarisch bis zum Schluss auf dem Rennplatz, um Emil bei seinem grössten bisherigen Erfolg zu unterstützen und gemeinsam zu feiern.
Auch neben der Rennstrecke setzte die Schweiz ein starkes Zeichen. Mit dem Swiss Moto Ride Green Team Project engagierte sich die Delegation aktiv für einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Motocross-Sport. Das Projekt wurde im Vorfeld der Junioren-WM bewusst mit den jungen Fahrerinnen und Fahrern umgesetzt und stellte Themen wie Umweltverantwortung, korrektes Verhalten im Fahrerlager sowie Respekt gegenüber Natur, Strecke und Mitmenschen ins Zentrum.
Der FIM Ride Green Cup ist Teil des internationalen Nachhaltigkeitsprogramms der FIM und wird im Rahmen der Junioren-Motocross-WM ausgetragen. Ziel ist es, junge Fahrerinnen und Fahrer, Teams und Familien für nachhaltiges Handeln im Motorradsport zu sensibilisieren. Dass die Schweiz in Jinín hinter Spanien den zweiten Rang erreichte, unterstreicht den eingeschlagenen Weg von Swiss Moto eindrücklich.
Swiss Moto gratuliert Emil Ziemer herzlich zu dieser historischen Bronzemedaille und dankt allen Schweizer Pilotinnen und Piloten für ihren Einsatz, ihren Mut und ihre Lernbereitschaft. Ein grosser Dank geht zudem an das gesamte Staff-Team, an Katja und Andy Baumgartner, an alle Betreuerinnen und Betreuer sowie an die Familien, die diesen Weg mittragen.
Jinín 2026 war mehr als ein Wettkampf. Es war ein Meilenstein für die Schweizer Nachwuchsförderung, ein Beweis für den Teamgeist innerhalb der Delegation und ein starkes Signal für die Zukunft des Schweizer Motocross-Sports.
Swiss Moto ist stolz auf dieses Team – und freut sich auf eine brillante sportliche Zukunft.
Photo Credit: Linda Laurite / Swiss Moto
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