October 17, 2026

SWISS MOTO ENGAGIERT SICH FÜR EINE AUSGEWOGENE VERKEHRSPOLITIK!

Swiss Moto engagiert sich für eine ausgewogene und zukunftsfähige Schweizer Verkehrspolitik

Verkehr ’45: Swiss Moto fordert die gleichwertige Berücksichtigung aller Verkehrsträger und eine langfristig gesicherte Mobilitätsinfrastruktur.

Swiss Moto engagiert sich nicht nur für die Interessen der Motorradfahrenden und des Motorradsports, sondern nimmt auch auf nationaler Ebene aktiv seine Verantwortung in verkehrspolitischen Fragen wahr. Im Rahmen der Vernehmlassung zur bundesrätlichen Vorlage «Verkehr ’45» hat der Verband eine umfassende Stellungnahme eingereicht und sich mit der langfristigen Entwicklung der Schweizer Verkehrsinfrastruktur auseinandergesetzt.

Im Mittelpunkt steht eine klare Überzeugung: Die Mobilität der Zukunft lässt sich nicht durch das Gegeneinander einzelner Verkehrsträger gestalten. Gefragt ist ein ausgewogenes Zusammenspiel von Strasse, Schiene, öffentlichem Verkehr, Velo- und Fussverkehr.

Jede dieser Mobilitätsformen hat ihre Stärken, erfüllt unterschiedliche Bedürfnisse und trägt zu einem funktionierenden Gesamtverkehrssystem bei. Eine moderne Verkehrspolitik muss deshalb alle Verkehrsteilnehmenden angemessen berücksichtigen und ihre jeweiligen Anforderungen bei Planung, Finanzierung und Infrastrukturentwicklung ernst nehmen.

Ein gesamtheitlicher Ansatz ist der richtige Weg

Swiss Moto begrüsst ausdrücklich, dass der Bundesrat mit «Verkehr ’45» erstmals die Weiterentwicklung der Nationalstrassen, der Eisenbahninfrastruktur und des Agglomerationsverkehrs in einer gemeinsamen und zeitlich koordinierten Vorlage behandelt.

Dieser Ansatz entspricht der Realität unserer Mobilität. Verkehrswege funktionieren nicht unabhängig voneinander. Nationalstrassen, Kantons- und Gemeindestrassen, Bahnverbindungen, Buslinien, Velowege und Fussgängerverbindungen bilden ein zusammenhängendes Netz.

Entscheidend ist deshalb, dass dieser Gesamtverkehrsansatz nicht bei der Planung endet, sondern auch bei den politischen Entscheidungen und der Verteilung der finanziellen Mittel konsequent umgesetzt wird.

Swiss Moto fordert eine Verkehrspolitik, die den tatsächlichen Nutzen und die Bedürfnisse aller Verkehrsträger berücksichtigt, anstatt einzelne Mobilitätsformen grundsätzlich zu bevorzugen oder zu benachteiligen.

Die Strasse bleibt ein zentraler Bestandteil der Schweizer Mobilität

Die Bedeutung des Strassenverkehrs wird in der öffentlichen Diskussion häufig unterschätzt.

Gemäss den in der Stellungnahme berücksichtigten Bundeszahlen werden rund 84 Prozent der Personenverkehrsleistung in der Schweiz auf der Strasse erbracht. Dazu gehören nicht nur Motorräder und Autos. Auch Busse, der Wirtschafts- und Güterverkehr sowie ein wesentlicher Teil des öffentlichen Verkehrs sind auf ein leistungsfähiges Strassennetz angewiesen.

Ebenso benötigen Velofahrende und Fussgängerinnen und Fussgänger sichere und bedarfsgerechte Verkehrsinfrastrukturen, die vielfach Bestandteil des Strassenraums sind.

Die Nationalstrassen nehmen dabei eine besondere Funktion ein. Obwohl sie weniger als drei Prozent des gesamten Schweizer Strassennetzes ausmachen, bewältigen sie rund 45 Prozent der Fahrleistung des motorisierten Individualverkehrs und über 70 Prozent der Fahrleistung des schweren Strassengüterverkehrs.

Wenn diese Hauptverkehrsachsen überlastet sind, hat das Auswirkungen weit über die Autobahnen hinaus. Ausweichverkehr belastet Dörfer, Städte und Agglomerationen, beeinträchtigt den öffentlichen Verkehr auf der Strasse und kann zusätzliche Sicherheitsrisiken für Velofahrende und Fussgänger schaffen.

Eine leistungsfähige Nationalstrasseninfrastruktur dient deshalb nicht nur den motorisierten Verkehrsteilnehmenden, sondern trägt zum Funktionieren des gesamten Verkehrssystems bei.

Gleichbehandlung muss auch bei der Finanzierung gelten

Swiss Moto anerkennt die zentrale Bedeutung einer leistungsfähigen Bahninfrastruktur und unterstützt deren bedarfsgerechte Weiterentwicklung.

Gleichzeitig weist der Verband darauf hin, dass zwischen den Verkehrsträgern erhebliche Unterschiede bei der Finanzierung bestehen.

Die Nationalstrassen werden über zweckgebundene Abgaben des Strassenverkehrs finanziert. Diese Mittel kommen jedoch nicht ausschliesslich dem Nationalstrassennetz zugute, sondern leisten über den Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds (NAF) auch Beiträge an den Agglomerationsverkehr und damit an Strassen-, Bus-, Bahn-, Fuss- und Veloverkehrsprojekte.

Darüber hinaus trägt der Strassenverkehr direkt zur Finanzierung der Bahninfrastruktur bei. Im Jahr 2025 flossen gemäss den in der Stellungnahme ausgewerteten Zahlen mehr als eine Milliarde Franken aus der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe und der Mineralölsteuer in den Bahninfrastrukturfonds.

Swiss Moto stellt diese Mitfinanzierung nicht grundsätzlich infrage. Sie zeigt vielmehr, wie stark die verschiedenen Verkehrsträger bereits heute finanziell miteinander verbunden sind.

Aus Sicht des Verbandes darf diese Vernetzung jedoch nicht dazu führen, dass die Weiterentwicklung der Strasseninfrastruktur vernachlässigt wird, während für andere Verkehrsträger zusätzliche langfristige Finanzierungsmöglichkeiten geschaffen werden.

Insbesondere lehnt Swiss Moto die vorgeschlagene unbefristete Weiterführung des zusätzlichen Mehrwertsteuerpromilles ausschliesslich zugunsten des Bahninfrastrukturfonds ab. Über eine mögliche zeitlich befristete Lösung soll im weiteren politischen Prozess entschieden werden.

Eine ausgewogene Verkehrspolitik muss auch eine ausgewogene und bedarfsgerechte Finanzierung sicherstellen.

31 Nationalstrassenprojekte dürfen nicht definitiv gestrichen werden

Ein zentraler Punkt der Stellungnahme betrifft die Absicht des Bundes, 31 bisher vorgesehene Nationalstrassenprojekte aus dem langfristigen Entwicklungsprogramm zu entfernen.

Swiss Moto lehnt diese definitiven Streichungen ab.

Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, sämtliche Projekte sofort umzusetzen oder bereits getroffene Volksentscheide zu übergehen. Vielmehr fordert der Verband, dass langfristige Planungsoptionen erhalten bleiben und bei veränderten Verkehrsbedürfnissen erneut geprüft werden können.

Die Verkehrsbelastung auf den Schweizer Nationalstrassen nimmt weiterhin zu. 2025 wurden rund 68'000 Staustunden verzeichnet, etwa 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig rechnen die Prognosen des Bundes mit einem weiteren Wachstum insbesondere des Güter- und Lieferwagenverkehrs.

Vor diesem Hintergrund wäre es aus Sicht von Swiss Moto wenig vorausschauend, heute Projekte endgültig aufzugeben, die in zehn oder zwanzig Jahren wieder notwendig werden könnten.

Die Planung grösserer Infrastrukturen benötigt häufig viele Jahre. Werden bereits untersuchte Vorhaben vollständig gestrichen, gehen wertvolle Planungsgrundlagen verloren und spätere Lösungen verzögern sich zusätzlich.

Dies gilt insbesondere für langfristig bedeutsame Projekte wie die Glattalautobahn oder das Grand Contournement de Morges.

Swiss Moto verlangt deshalb, dass die betroffenen Projekte im strategischen Entwicklungsprogramm als mögliche Zukunftsoptionen erhalten bleiben, planerisch weitergeführt und regelmässig neu beurteilt werden.

Gezielte Verbesserungen statt pauschaler Lösungen

Swiss Moto unterstützt den vorgesehenen Ausbauschritt 2027 grundsätzlich, insbesondere die Projekte Perly–Bernex und Aarau-Ost–Birrfeld.

Gleichzeitig fordert der Verband, weitere ausreichend vorbereitete und strategisch wichtige Vorhaben einzubeziehen und die notwendigen Mittel für deren Planung bereitzustellen.

Auch betriebliche Massnahmen wie intelligentes Verkehrsmanagement, Geschwindigkeitsharmonisierung oder die zeitweise Umnutzung von Pannenstreifen können dazu beitragen, bestehende Infrastrukturen effizienter zu nutzen.

Solche Lösungen sind sinnvoll und sollen dort eingesetzt werden, wo sie nachweislich Verbesserungen bringen.

Sie dürfen jedoch notwendige bauliche Massnahmen nur dann dauerhaft ersetzen, wenn sie hinsichtlich Kapazität, Verkehrssicherheit, Zuverlässigkeit und langfristiger Wirksamkeit tatsächlich gleichwertig sind.

Kurzfristige Verbesserungen sind wichtig. Sie ersetzen aber nicht automatisch eine langfristige Infrastrukturplanung.

Auch Städte, Agglomerationen und ländliche Regionen müssen profitieren

Besonders wichtig ist Swiss Moto die enge Abstimmung zwischen Nationalstrassen und Agglomerationsverkehr.

Wo übergeordnete Verkehrsachsen funktionieren, können Städte und Gemeinden vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Dies schafft Möglichkeiten, Ortszentren aufzuwerten, den öffentlichen Verkehr zuverlässiger zu gestalten und die Sicherheit für Fussgänger und Velofahrende zu verbessern.

Bei der Vergabe von Bundesmitteln müssen deshalb sämtliche geeigneten Massnahmen nach ihrer tatsächlichen Wirkung beurteilt werden.

Neben dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs und der Förderung des Fuss- und Veloverkehrs müssen auch Umfahrungsstrassen, Entlastungsprojekte und Verbesserungen für den motorisierten Individual- und Wirtschaftsverkehr angemessen berücksichtigt werden.

Dies ist insbesondere in ländlichen und weniger dicht erschlossenen Regionen wichtig, in denen die Bevölkerung häufig stärker auf individuelle Mobilität angewiesen ist.

Swiss Moto setzt sich deshalb dafür ein, dass nicht die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Verkehrsträger über die Förderung entscheidet, sondern der konkrete Nutzen einer Massnahme für die Bevölkerung, die Wirtschaft und das gesamte Verkehrssystem.

Die Kosten des Nichtstuns dürfen nicht unterschätzt werden

Überlastete Verkehrsnetze verursachen nicht nur Unannehmlichkeiten, sondern auch erhebliche volkswirtschaftliche Kosten.

Gemäss Berechnungen des Bundes führten Zeitverluste auf dem Schweizer Strassennetz bereits 2023 zu Kosten von rund 2,85 Milliarden Franken.

Betroffen sind Unternehmen, Transportbetriebe, Pendlerinnen und Pendler sowie letztlich die gesamte Bevölkerung.

Swiss Moto fordert deshalb, dass bei der Beurteilung von Infrastrukturprojekten auch die langfristigen Kosten eines Verzichts oder einer Verschiebung berücksichtigt werden.

Dazu gehören neben Reisezeitverlusten insbesondere die Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit, den Ausweichverkehr, die Versorgungssicherheit, die Zuverlässigkeit des Verkehrsnetzes und die wirtschaftliche Erreichbarkeit.

Auch zusätzliche volkswirtschaftliche Vorteile, etwa durch bessere Verbindungen zwischen Unternehmen, Beschäftigten und Kunden, müssen in die Bewertung einfliessen.

Eine sachgerechte Infrastrukturpolitik darf sich nicht allein an kurzfristigen Investitionskosten orientieren, sondern muss Nutzen und Folgekosten langfristig gegenüberstellen.

Eine gemeinsame Verantwortung für die Mobilität von morgen

Swiss Moto ist überzeugt, dass eine starke Strasse und eine starke Schiene keinen Widerspruch darstellen.

Im Gegenteil: Die Schweiz benötigt ein Verkehrssystem, in dem sich die verschiedenen Mobilitätsformen sinnvoll ergänzen und gegenseitig stärken.

Dazu gehören leistungsfähige Nationalstrassen ebenso wie attraktive Bahnverbindungen, ein zuverlässiger öffentlicher Verkehr, sichere Velowege und gut gestaltete Fussgängerbereiche.

Die unterschiedlichen Verkehrsträger haben nicht überall dieselben Aufgaben. Ihre Bedürfnisse müssen jedoch gleichwertig geprüft und ihre jeweiligen Stärken bei der Infrastrukturplanung angemessen berücksichtigt werden.

Mit seiner Stellungnahme zu «Verkehr ’45» bringt Swiss Moto diese Grundsätze aktiv in die nationale verkehrspolitische Diskussion ein.

Unser Ziel ist keine Verkehrspolitik des Gegeneinanders, sondern eine Politik des ausgewogenen Miteinanders.

Für eine Schweiz, in der Mobilität sicher, leistungsfähig, bezahlbar und für alle zugänglich bleibt.

Swiss Moto – wir engagieren uns für die Mobilität von morgen.

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